Unsere Rebsorten

Wir legen großen Wert darauf, ursprüngliche Rebsorten zu erhalten und zu pflegen. Entgegen dem internationalen Trend zur weltweiten Vereinheitlichung und Beschränkung auf wenige Sorten forcieren wir die autochthonen Rebsorten der Region Friaul.

Merlot

stammt ursprünglich aus dem Gebiet um Bordeaux. In Italien wurde der Merlot erst 1880 eingeführt, begann dann aber einen unaufhaltbaren Siegeszug. In Friaul-Julisch-Venetien hat er sicherlich seine Wahlheimat gefunden: als Fixpunkt des friaulischen Weinbaus ist der Merlot heute dort der am weitesten verbreitete rotbeerige Rebstock.

Verlangt ein Friulaner in seiner Osteria eine "tjaut ross", findet sich mit ziemlicher Sicherheit ein Merlot in seinem Glas.

Farbe: rubinrot, mit der Alterung zeichnet er sich durch granatrote Töne aus.

Duft: charakteristisches Bukett, das an Sauerkirsche, Himbeere, Blaubeere erinnert. Mit der Alterung wird das Bukett mit Gewürznoten angereichert.

Geschmack: trocken, dicht strukturiert, leicht grasig. Mit der Alterung verfeinert er sich und nimmt einen trockenen Geschmack an.

Malvasia Istriana

ist eine von vielen Variationen aus der Familie der "Malvasier". Die autochthone Rebsorte Malvasia Istriana ist diejenige, die in Friaul angebaut wird. Die Sorte ist sehr alt und ihre Ursprünge finden sich vermutlich am griechischen Peloponnes.

In Istrien und dort besonders in den Provinzen Rovinji und Porec gehen die ersten Spuren des Anbaus des Malvasier auf 1.300 zurück. Von dort hat sich die Weinrebe ausgebreitet und reicht bis zum Karst bei Triest und Görz und in die Täler des Friaul hinein. Heute wird sie in der gesamten Hügelkette des Friaul angebaut, in der Region Grave und entlang der Küste.

Die spätreife Sorte ist mäßig wuchsstark und liefert gute Erträge. Der Most gibt alkoholreiche Weißweine mit schönem Aroma.

Die bestockte Fläche beträgt in Italien ca. 1.000 Hektar.

Farbe: strohgelb, in verschiedener Intensität.

Duft: angenehm, charakteristisch, erinnert an Aprikose und Pfirsich

Geschmack: trocken, rund, harmonisch, gerade richtiger Alkoholgehalt, durstlöschend.

Cabernet Franc

Dieser Rebstock stammt ursprünglich aus dem französischen Gironde und ist bis heute eine der sechs Sorten die im Bordeaux verwendet werden dürfen. Er kam in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts nach Italien und Friaul, wo er derzeit weit verbreitet ist.

Er erzeugt eine Traube, die in ihrer reinen Form verarbeitet wird oder mit Cabernet Sauvignon oder Merlot gemischt wird.

Farbe: rubinrot ins Violette gehend, als gealterter Wein granatrot.

Duft: intensives, ausgeprägt grasiges und weiniges Aroma, intensiv.

Geschmack: vollmundig, tanninhaltig, grasig. Wenn er gealtert ist, verliert er die Grasnote und reichert sich mit wichtigen Nuancen an.

Autochthon bedeutet so viel wie einheimisch,  alteingesessen,  am Ursprung geblieben. Die Idee hinter diesen Weinen ist die, dass autochthone Rebsorten an ihrem Ursprungsort über die Jahrhunderte genau die Eigenschaften ausgebildet haben, die für die Böden und das Klima der Region die richtigen sind, um einen gebietstypischen Wein hervorzubringen.

Verduzzo Dorato

ist eine autochthone Rebsorte Norditalien und eine klassische Sorte des Friaul. Vorwiegend erfolgt der Anbau im hügeligen Gebiet. Es handelt sich zweifelsfrei um einen sehr alten und auch in der Vergangenheit ziemlich verbreiteten Rebstock.

Der Verduzzo ist im gesamten Gebiet von Friaul stark verbreitet und wird dort sowohl in der Ebene als auch im Hügelland angebaut. Aber der Anbau in den Hügeln liefert dank der pedoklimatischen Merkmale, die das Hügelland auszeichnen, qualitativ bessere Ergebnisse.

Die bestockte Rebfläche beträgt ca. 1.800 Hektar.

Farbe: goldgelb, auch intensiv

Duft: charakteristisch, intensiv, angenehm, mit einem Bukett, das an eine Note von Apfel, Birne, Aprikose erinnert

Geschmack: lieblicher oder süßer Auftakt am Gaumen, leicht tanninhaltig, kräftig, körperreich mit ziemlich hohem Alkoholgehalt.

Pinot Grigio

ist eine Rebsorte aus dem französischen Burgund. Diese sehr alte Sorte lässt sich bis in die Römerzeit zurückverfolgen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts hat er sich von Piemont ausgehend Schritt um Schritt in das restliche Norditalien ausgebreitet. Im Friaul hat der Grauburgunder besonders günstige Umweltbedingungen vorgefunden.

Mit seinen eingängigen Fruchtnoten stillt er die Nachfrage nach leicht zugänglichem Pinot Grigio in deutschen Bars und Restaurants. Vor allem in den Hügeln der Julischen Alpen gerät er deutlich kraftvoller als in der weitläufigen Schwemmlandebene im Westen Friauls. Diese Weine sind die besten Pinot Grigios in Italien mit vollem, rundem Körper und schweren Noten von Nüssen und Honig.

Farbe: strohgelb mit zarten Kupferreflexen.

Duft: typisches Bukett, das an Akazienblüten erinnert.

Geschmack: trockener, voller, angenehmer, leicht bitterer Geschmack.

Refosco dal Peduncolo Rosso

ist ein autochthoner Rebstock. Er gilt als die beste Rotweinsorte Friauls, wahrscheinlich liegt sein Ursprungsgebiet zwischen dem Karst und Istrien.

Er trägt seinen Namen wegen der rotgefärbten Stiele. Der Rebstock ist zwar seit 1700 bekannt, hat sich aber in den letzten Jahrzehnten in der gesamten Region stark verbreitet.

Farbe: intensiv rubinrote Farbe mit violetten Reflexen, die sich mit der Alterung des Weines abschwächen.

Duft: starker grasiger, weiniger Duft, mit einer Note, die an wilde Brombeere und Waldfrüchte erinnert

Geschmack: entschieden, trocken, leicht tanninhaltig und gut ausgeglichen.

Diese alteingesessenen und bewährten Sorten sind die beste Voraussetzung für eine biologische Landwirtschaft. Gleichzeitig bieten sie die Basis für Weine, die das Terroir unverwechselbar widerspiegeln. Wir kreieren Weine abseits vom Mainstream und setzen auf Eigenständigkeit und Individualität.

Ribolla Gialla

ist eine uralte autochthone Rebsorte aus dem Friaul. Die ersten Zeichen für den Anbau reichen bis in das Jahr 1.300 zurück, aber schon die alten Römer sollen sie unter dem Namen Evola gekannt haben. Der Name kommt aus dem slowenischen Rébula, das im friaulischen Dialekt zu Ribuele wurde. Zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts, während der österreichisch-ungarischen Kaiserzeit waren die süßen gefilterten Weine aus Ribolla sehr geschätzt und hoch angesehen. Der Ribolla verdankt seinen Namen dem charakteristisch hohen Gehalt an malischer Säure, die in der Vergangenheit den Wein in den großen Korbflaschen zum Gären, im Italienischen „ribollire“, brachte.

Dieser alte Weinstock wird heute vorwiegend in der Hügelkette, die sich von Tarcento über den Karst bis nach Istrien erstreckt, angebaut. Der Ribolla Gialla findet seinen besten Ausdruck in den Hügeln, wo diese kraftvolle Rebsorte mit den späten Trieben und der frühen Reife ausgezeichnete Produkte entstehen lässt.

Die Anbaufläche beträgt ca. 80 Hektar.

Farbe: blass strohgelb mit leicht grünlichen Reflexen.

Duft: wohlriechende Blume elegant und raffiniert

Geschmack: trocken, zitronig, bekömmlich.

Pignolo

ist ein alter Rebstock der seine Wurzeln in Friaul hat. Man glaubt, dass er schon vor 1.600 bekannt war und besonders im Gebiet um Albana, Premariacco, Prepotto und Rosazzo angebaut wurde. Er wächst in den Weinbergen der Abtei von Rosazzo, wahrscheinlich wurde er bereits von den Benediktiner Mönchen angebaut.

Die Rettungsmaßnahme, die 1978 für die einzigen beiden bei der Abtei verbliebenen Weinstöcke ergriffen wurde, rettete den Rebstock vor dem sicheren Aussterben.

Die Sorte ist ertragsarm und war deshalb lange Zeit unbeliebt bei den Winzern. Der Name  kann durchaus vom umgangssprachlichen "pignolo" - "pingeliger Mensch" abgeleitet werden. Der Pignolo ist kleinlich. Der Ertrag ist nicht vorhersehbar. Er ziert sich und er ganz alleine entscheidet ob und wieviel Trauben er zur Lese anbietet.

Die ausgesprochen erlesenen und seltenen Trauben geben einen alterungsfähigen Wein, einen „Luxuswein“ wie Dalmasso 1930 schrieb – tanninhaltig, gekennzeichnet durch intensive Düfte. Die Anbaufläche ist in den letztzen Jahren gestiegen, liegt aber immer noch unter 100 Hektar.

Farbe: intensives rubinrot, als gealterter Wein granatrot .

Duft: delikates komplexes angenehmes Aroma, mit dem Duft von reifer roter Frucht mit einer leichten würzigen Note, die sich nach der Verfeinerung in Holz um tausend Nuancen veredelt.

Geschmack: vollmundig, rund, leicht tanninhaltig, mit einer ausgeprägten Säure

SUFFUMBERGI s.s.a